Historie Ritterbad

Historie Ritterbad

10.03.1928 Start des Massagebetriebs auf dem heutigen Parkplatz (Findelwiesenstr. 19).

Im dortigen Rückgebäude eröffneten Hermann Naber und Maria Lindner das Ritterbad.

 

Die Gründer:

Hermann Naber lernte in seiner Zeit als Müller in Knetzgau Maria Lindner kennen. Maria Lindner, die bereits in Nürnberg tätig war, holte Hermann Naber nach Nürnberg, um mit ihm einen Masseur- und medizinischen Badebetrieb zu eröffnen.

Hermann Naber absolvierte nach damaligen Vorschriften an ein paar wenigen Wochenenden bei einem Arzt die Ausbildung zum Masseur.

Anfang der 30iger Jahre erwarben die Gründer das Grundstück Findelwiesenstr 21 und so zog das Ritterbad von Findelwiesenstr. 19 auf 21 um. 

In den 30iger Jahren änderten sich die Regelungen und Bestimmungen des Berufsgesetzes. So absolvierte Hermann Naber im Nachhinein seinen staatlich anerkannten Masseur und Bademeister. Hierfür war er für ein halbes Jahr lang in München.

1937 wurde der heutige Parkplatz Findelwiesenstr. 19 dazu gekauft.

Alfred Naber, Hermann Nabers älterer Bruder, war im Ritterbad als Badehelfer angestellt.

Hermann Naber wurde von 1940 bis 1945 in den Krieg eingezogen und geriet in russische Gefangenschaft. Während seiner Abwesenheit führten Alfred Naber und Maria Lindner das Ritterbad weiter.

1944 erlitt das Ritterbad einen großen Bombenschaden. Das Gebäude der Findelweisenstr. 21 war bis zum ersten Stock, 21a sowie das Häuschen auf 19 war vollständig zerstört.

Im Januar/Februar 1946 wurde Hermann Naber aus der Gefangenschaft entlassen.

1947 nahmen Maria Lindner und Hermann Naber mit Alfred Naber den Betrieb im Keller von Findelweisenstr. 21 wieder auf mit nach Geschlechter getrennten Badetagen. Montags, mittwochs und freitags war der Betrieb für Damen geöffnet sowie dienstags, donnerstags und samstags für Herren.

Viele Häuser wurden im Krieg zerstört und mussten erst neu erbaut werden. Ebenso gab es in den Wohnungen meist keine Bäder. Auch aus diesem Grund waren vor allem Wannenbäder sehr gefragt. Im Ritterbad gab es damals bereits eine Sauna mit Tauchbecken.

Im Jahre 1956 konnte das Wohn- und Geschäftshaus nach und nach wiederaufgebaut werden. Da mit Hilfe eines Kohle Containers, der kurz vor dem Krieg zum Heizen gekauft worden war, Kohle gegen Backsteine getauscht wurde.

1954 heiratete Hermann Naber die Nichte von Maria Lindner, Maria Naber.

Maria Naber trat aktiv mit ins Geschäft ein. Sie absolvierte 1961 / 1962 ihren staatlich anerkannten medizinischen Masseur und Bademeister sowie Anfang 1970 die manuelle Lymphdrainage.

Am 25.06.58 stirbt die Tante, Gründerin und Geschäftspartnerin Maria Lindner.

Am 28.12.71 stirbt der Bruder und Badehelfer Alfred Naber.

1974 wurde das heutige Bewegungsbad im Keller erbaut.

Aus der Ehe von Maria und Hermann Naber ging unter anderem der Sohn Hermann Naber (Junior) hervor. 1980 kam Hermann Naber (Junior) als Teilhaber mit ins Geschäft. Zunächst als medizinischer Masseur und Bademeister. Anschließend absolvierte er die manuelle Lymphdrainage und den Sportphysiotherapeuten

1985 stirbt der Mitgründer, Geschäftsmann, Ehemann und Vater Hermann Naber.

1992-1994 absolvierte Hermann Naber erfolgreich die Weiterbildung zur manuellen Therapie und 1994-1996 zum Physiotherapeuten

Es fand eine Umstrukturierung und Erweiterung des Betriebs statt und das Ritterbad wurde zur Physiotherapie Praxis ausgebaut.

2003 gibt es den ersten Heilmittelkatalog und damit auch die Verschreibungspflicht von medizinischen Behandlungen und Therapien. Dies war das Ende der Wannenbäder.

Bis dorthin waren die Bäder sehr beliebt. Einer der Klassiker war das Saluminbad. Das Saluminbad ist ein Bad aus einer Pulverlösung. Es enthält Wirkstoffe aus dem Moorbad, Huminate und Salizitate. Aber auch die Moor-, Lavendel-, Rosmarin-, Heublumen-, Baldrian-, Fichtennadel-, Stahl- und Sauerstoffbäder waren gefragt. Die Wannenräume, in denen eine Badewanne neben der anderen stand, wurden umgestaltet. Weiterhin gab es eine Umstrukturierung von geschlechterspezifischen Abteilungen hinzu Einzelkabinen.

Ein wegweisender neuer Ansatz war die Einführung von Präventionskursen.

Am 31.03.2013 starb Maria Naber, die bis zum Schluss aktiv als gute Seele im Ritterbad tätig war.

Fortdauernd findet eine Umstrukturierung an die Bedürfnisse der modernen Physiotherapie statt: Ultraschall, Faszienkurs, Virbrationsplattentraining, Präventionskurse, Aquakurse, Aquagymnastik für Schwangere sowie Krankengymnastik am Gerät sind einige Beispiele.

2017 und 2018 ließen sich Hermann Naber und Inga Naber zum segmentalen Heilpraktiker ausbilden.

Inga Naber, die Tochter von Hermann Naber absolvierte von Oktober 2011 bis März 2015 das Studium der Physiotherapie zum Bachelor of Science in Bamberg. Seit März 2015 arbeitet Inga Naber als Physiotherapeutin im Ritterbad mit. Zudem begann sie im Oktober 2016 das Studium Physical Activity and Health zum Master of Arts in Erlangen.